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Medizinisches Cannabis

Eine Einführung.

Von medizinischem Cannabis wird dann gesprochen, wenn es sich um eine Sorte Cannabis handelt, die eine effektive Menge von aktiven Cannabinoiden enthält und sie zum medizinischen Zweck angewendet wird. Der therapeutische Nutzen der aktiven Wirkstoffe dieser Pflanze stehen also bei der Begrifflichkeit ‘medizinisches Cannabis’ im Vordergrund.

Die Sorten.

CANNABIS SATIVA. Hanf mit hohem Faseranteil, hochwachsend und ursprünglich aus den den äquatorialen Regionen ( Thailand, südliches Indien, Jamaika, Mexiko…). Diese Gattung des Cannabis ist bekannt für ihren mittleren bis hohen THC-Gehalt (THC = ?9 Tetrahydrocannabiol), zählt zu den psychoaktiven Cannabinoiden – hauptsächlich rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze) und einen relativ niedrigen CBD-Gehalt (CBD = Cannabidiol, ist ein kaum psychoaktives Cannabinoid). WIRKUNG. Die Cannabis Sativa -Sorten vermitteln das Gehirn betreffenden, energiegeladenen „High“-Effekt. Einen sogenannten zerebralen Effekt, der sowohl geistig als auch körperlich spürbar ist. Diese Sorten sind am effektivsten bei der Behandlung von z.B. Appetitlosigkeit, chronischen Schmerzen, Depression, Übelkeit/Brechreiz und Migräne.

CANNABIS INDICA. Hanf mit mittlerem bis hohem THC-Gehalt sowie relativ hohem Anteil an medizinisch wirksamen Cannabinoid bzw. Cannabidiol (CBD) und niedrigem Wuchs. Diese Cannabisgattung findet sich in Afghanistan, Pakistan und im Nordwesten Indiens und wurde zur Herstellung von Haschisch entwickelt. WIRKUNG. Cannabis Indica -Sorten wirken wie ein Beruhigungsmittel. Man fühlt sich „stoned“, die Muskelspannung ist vermindert. Am effektivsten sind die Indica-Sorten bei der Behandlung von Muskelspasmen und Tremor-Symptomen (z.B. bei Multiple Sklerose und Parkinson), bei chronischen Schmerzen, arthritischer und rheumatischer Steifheit und Schwellung, Schlaflosigkeit und Ängsten.

CANNABIS RUDERALIS. Wilder Hanf, lichtunempfindlich, geringes Maß an THC/CBD, kurze Blütezeit, selbstblühend und heimisch hauptsächlich im östlichen bzw. nordasiatischen Europa. Eine Kultur von Cannabis Ruderalis kann mit wenig Aufwand angepflanzt und erhalten sowie direkt nach der Ernte neu angepflanzt werden – da die Blüte abhängig von der Wachstumszeit anstatt – wie bei anderen Gattungen – dem saisonalen Wechsel einsetzt. WIRKUNG. Enthält sehr geringe Mengen an THC und CBD, so dass die Verwendung in ihrer reinen Form wirkungslos ist.

HYBRID. Kreuzungen aus Indica- und Sativa-Sorten weisen Merkmale von beiden Cannabistypen auf. Die Pflanzenzüchtung (Erzeugung von Hybriden, Entwicklung von neuen Sorten) hat in den letzten Jahrzehnten gute Arbeit geleistet und eine Vielzahl an Hybriden entwickelt, die aus sativa-, indica- und/oder ruderalis-Typen gekreuzt wurden. Egal ob Outdoor, Indoor, Hydro, Erde, Substrat, groß, klein, autoflowering, rudimentär, Cannabinoid Profile, Geschmack oder Farbe, es gibt für nahezu jedes Bedürfnis eine speziell gezüchtete Sorte. Besonders beliebt bei Cannabiszüchtern sind Ruderalis-Hybriden, da sie eine hohe Widerstandsfähigkeit besitzen, Selbst-Blüher sind und extrem schnell reifen. Kreuzungen von Indica- mit einer Ruderalis-Sorte sind aktuell eine der am frühesten reifenden Freilandpflanzen, die es gibt. Auch für die medizinische Anwendung eignen sich Ruderalis-Hybriden gut, da sie eine verhältnismäßig niedrige Konzentration an Wirkstoffen mit einhergehenden psychotropen Effekten enthalten und ideal sind in Fällen, in denen der therapeutische Nutzen des CBD bevorzugt wird.

Die Auswahl der Sorte.

Tagsüber, wenn Wachheit erwünscht ist machen die „High“-Effekte der Sativa-Sorten Sinn, während die Indica-Sorten wegen ihrer entspannenden Wirkung oft die beste Wahl für den Abend und die Nacht sein können. Bei der Auswahl an geeigneten Hybrid-Sorten können vielen Patienten die besten Eigenschaften von beiden Sorten vermittelt werden.

Um eine Wahl zwischen diesen unterschiedlichen medizinischen Cannabis Sorten zu treffen, sollte vorab das Krankheitsbild bzw. das Wesen der Symptome genau festgestellt werden. Zu beachten ist auch, dass sich Menschen in ihrer physiologischen Veranlagung voneinander unterscheiden und die medizinische Anwendung von Cannabis subjektiv anders erleben können. Ein qualifizierter Arzt hilft hier weiter, denn die Informationen dienen allein der grundsätzlichen Orientierung im Pflanzen-Dschungel.