Zum Hauptinhalt springen
  • Bleib up-to-date!

Diese Kehrtwende wird in den nächsten Jahren Züchtung, Pflanzenbau und Pharmazeutik vor neue Fragestellungen setzen.

Cannabinoide

Erst 1960 wurde der wirksame Inhaltsstoff Delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) von einem Israelischen Wissenschaftler extrahiert (Ablin 2016). Ablin 2016 stellt in seinem Review die Hypothese auf, dass die Entdeckung des THC’s in Israel, aufgrund der liberalen Gesetzgebung möglich war.

Der medizinische Nutzen von Hanf wird in erster Linie auf die zwei vorherrschenden Cannabinoide THC und dem CBD (cannabidiol) zurückgeführt. Beide Substanzen werden erfolgreich bei der medizinischen Behandlung von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Muskelzuckungen, Spasmen, Schmerzen und Inflammation eingesetzt. Erkrankungen wie Multiple Sklerosis, Epilepsie, HIV, Nozizeption, Glaukom, Schlaflosigkeit und Asthma können erfolgreich behandelt werden (Albin 2016, Small 2015).

In den letzten Jahren wurden in klinischen Untersuchungen psychotische Nebenwirkungen bei der Verabreichung von hochdosiertem THC beobachtet. Diese unerwünschten Nebenwirkungen konnten durch den Zusatz von CBD signifikant reduziert werden (Schubart 2011).

Small (2015) hat in seinem Review aufgezeigt, dass der therapeutische Nutzen ein Zusammenspiel der unterschiedlichen Inhaltsstoffe zu sein scheint. Dazu gehören nicht nur die über 100  Cannabinoide, sondern auch Terpene und Flavonoide.

In klinischen Studien wurde die Wirkung des rohen Pflanzenmaterials positiver bewertet, als die Einnahme der reinen Rohsubstanz THC. Die genauen Zusammenhänge zwischen therapeutischem Nutzen und der Zusammensetzung an sekundären Inhaltsstoffen wurde bislang nicht untersucht.

Eine Langzeitstudie in den Niederlanden hat gezeigt, dass die Züchtung lange Jahre auf die Erhöhung des THC Gehaltes ausgerichtet war. Seit 2005 geht der THC Gehalt in den angebotenen Produkten langsam zurück und das Verhältnis CBD/THC scheint eine wichtige Komponente zu werden, insbesondere für die Einschätzung des medizinischen Potentials (Niesink 2015).