Zum Hauptinhalt springen
  • Bleib up-to-date!

Anbau von medizinischem Cannabis

Im kommerziellen Cannabis Anbau wird der THC Gehalt als Standardgröße zur Einschätzung des medizinischen Potentials verwendet. Der THC Gehalt kann durch verschiedene Einflussfaktoren im Endprodukt stark variieren (Potter 2013, Vanhove 2011), eine genaue Einschätzung des medizinischen Potentials ist daher schwierig.

Die Einflussfaktoren auf den THC Gehalt lassen sich neben dem genetisch festgelegten Potential einer Sorte in zwei Kategorien einteilen – die Faktoren in der Anbauphase (Vorernte) und die in der Nacherntephase.

In der Kategorie I (Anbauphase) wurden folgende Einflußfaktoren in Fachzeitschriften veröffentlicht: Anbausystem, Temperatur, Nährstoffverfügbarkeit, Lichtintensität, Ultraviolettes Licht, Lichtqualität, Lichtdauer, Sorte, Luftfeuchtigkeit und Stress (Hammerwick 2012, Small 2015, Khan 2004, McLaren 2008).

In der Kategorie II (Nachernte) werden folgende Faktoren genannt: Erntezeitpunkt, Analysierter Pflanzenteil (Wurzel, Blatt, Blüte), Verarbeitungsform (Öl>Hasch>Blüte), Lagerungsdauer und -kondition (Niesink 2015, McLaren 2008, Khan 2004).

Der Cannabis-Boom hat dazu geführt, dass Dünger, Pflanzenhormone und Pflanzenschutzmittel in großen Mengen zur Ertragsoptimierung eingesetzt werden.

Viele Patienten meiden bereits konventionell angebauten Cannabis und möchten möglichst natürlich gewachsene Rohstoffe. Sie haben Angst vor gesundheitsgefährdenden Rückständen. Die Angst ist nicht ganz unbegründet. In verschiedenen Studien konnten in Cannabis-Produkten Rückstände von Pilzen (Penicillium) und Bakterien (Aspergillus, A. fumigatus) nachgewiesen werden (McLaren 2008).

Inwiefern biotische und chemische Rückstände im Zusammenhang mit dem Anbausystem, Einsatz von Nährstoffen, Pflanzenschutzmaßnahmen oder Lagerung stehen, wurde bisher nicht untersucht.

Hydroponische Systeme geraten bei der Akzeptanz der Patienten oft in ein schlechtes Licht, da ein so hochautomatisierter Anbau den Reiz des “Naturproduktes” nimmt. Dennoch ist ein hydroponischer Anbau in vielerlei Hinsicht für den Anbau von qualitativ hochwertigen Produkten von Vorteil. Der gezielte Einsatz von Pflanzennährstoffen in Verbindung mit optimalen Wachstumsbedingungen, könnten bei guten gärtnerischen Kenntnissen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsboostern vermindern.